Die heilende Kraft der Leichtigkeit

field of dandelion in sunset - bokeh and allergy

 

 

 

 

 

Bei mir Zuhause hieß es immer: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Es war sehr wichtig, immer möglichst viel getan zu haben, sich Dinge auch wirklich verdient zu haben und hart für sein Leben zu arbeiten.

Spätestens als ich in der Arbeitswelt ankam, habe ich dieses falsche ,Mantra‘ voll gelebt. 60-Stunden-Wochen waren normal, genau wie der Gedanke, das ich Anerkennung nicht durch mein Da-Sein, meine guten Ideen oder mein freundliches Wesen verdient habe, sondern dass ich immer noch eine Schaufel drauflegen muss. Die wurde stets gerne genommen, und ich war schon mit 27, nach meinem Studium und den ersten drei Jahren im Beruf, richtig erfolgreich und richtig, richtig müde. Zum Glück habe ich die Reißleine gezogen, und gekündigt, ohne einen neuen Job zu haben. Das war mein erster kleiner Schritt ins Vertrauen, in die Unabhängigkeit und zu mir.

Der Glaube, sich alles Gute im Leben hart erarbeiten zu müssen, sitzt bei vielen von uns tief. Folgen wir der Angst, dem Karrieredruck und unseren materiellen Wünschen, bleiben wir schnell im Zustand des ständigen Mangels kleben – und haben keine Zeit mehr, einfach nur (zufrieden) zu SEIN.

Zu arbeiten, dass hieß für mich ganz lange nur Druck und Stress. Bei jedem größeren Projekt hat mein Körper Alarm geschlagen – manchmal schon, bevor ich überhaupt angefangen habe. Inzwischen bin ich selbständig und übe mich immer mehr darin, (in) Freude zu schaffen. Eine der wichtigsten Lektionen meines frühen Ausgebrannt-Seins war, dass die Trennung von Berufs- und Privatleben eine große Illusion ist. Wenn wir in dem einen Bereich nicht bei uns sind, nicht Loslassen und Vertrauen können, dann sind wir auch nach Feierabend nicht entspannt und bei uns selbst. Zum Glück ist nichts besser geeignet, als die Selbständigkeit, um die Gesetzmäßigkeiten der Leichtigkeit zu erforschen.

Selbst die größten Kämpfer unter uns kennen sie, die Magie, dass die richtigen Dinge passieren, wenn wir unangestrengt unseres Weges gehen.

Eigentlich ist es die Magie des Lebens selbst. Sie ,passiert‘ wenn wir ihr Raum geben, zu wirken. Wenn wir keine festen Pläne machen, wenn wir keine großen Erwartungen haben, wenn bereit sind, Ideen und Vorstellungen fallen lassen, um mit dem Fluss zu gehen. Dann geschehen, ganz ohne dass wir etwas erzwingen müssten, wahre Wunder. Beim Rotwein auf dem Balkon entsteht eine tolle Geschäftsidee, die to-do-Liste erledigt sich im wahrsten Sinne von Selbst oder wird einfach auf die Hälfte eingekürzt. Menschen, Angebote und Informationen kommen genau im richtigen Moment zu uns.

Erfüllung und ein gutes Auskommen finden wir, wenn wir mutig und geduldig genug sind, unserer Freude zu folgen und auf unser Herz zu hören – gerade im Business.

Dandelion on woman handIn unserer Zeit ist die Magie der Leichtigkeit zur großen Kunst, ja sogar Überlebenswichtig geworden. Wir haben so viele Entscheidungen zu treffen! In unserer großen Freiheit und mit der großen, weiten Welt zum jederzeit zum Greifen nah, haben wir viel zu selten beide Hände, den Kopf und das Herz frei, um das Leben mit seiner ganzen Kraft einfach durch uns hindurch und in unser Sein hinein strömen zu lassen. Um uns zu fokussieren, Prioritäten zu setzen, das zu genießen, und das zu erschaffen, was direkt vor uns steht. Doch genau so entsteht Heilung. Heilung von Vorstellungen, die nicht der Realität entsprechen. Heilung von Mühen, wenn das Leben uns neue Wege zeigt. Hier lassen wir uns vom Leben selbst leiten und lehren.

Die Magie der Leichtigkeit liegt darin, nicht zu denken, ich muss erst dies und das noch fertig machen und DANN kann ich …

Oft ist das DANN für die wirklichen wichtigen Dinge reserviert. Die Meditation, ein echter Austausch mit einem lieben Menschen, eine lange Nacht voller köstlichem Schlaf, die Herzensaufgabe oder das kreative Projekt, an das wir immer wieder denken. Um die heilende Kraft der Leichtigkeit einzuladen, hilft es manchmal, unsere Prioritäten auf den Kopf zu stellen: uns selbst wieder voran, die Liebe wieder an die erste Stelle der to-do-Liste. Und gleich dahinter das Vertrauen in das Werden, in das Sein – unser eigenes und das von jedem, der uns umgibt. Wer vertraut, muss nicht alles selbst tun, wer vertraut, darf ,Nein‘ sagen und anderen ihre Verantwortung zurück geben. Wer vertraut, kann sich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen.

Leichtigkeit bedeutet für mich heute, meinem Herzen zu folgen. Zu erkennen, dass ich aus gutem Grund genau dort bin, wo ich gerade stehe und das alles zu meinem Besten geschieht. Und vor allem, das alles, was wirklich zu mir gehört, auch leicht zu mir kommen kann. Die Magie der Leichtigkeit liegt für mich darin, zu spüren, dass ich, wenn ich leicht bin, heil bin. Dass mein leichtes Sein anderen hilft, leicht zu sein.

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